Ziel eines Yoga Kurses
Schon seit einigen Jahren nimmt die westliche Welt Anteil an den Kulturen aus dem fernen Osten, von der ein großer Anteil die Yoga Techniken sind. Mittlerweile hat sich eine Vorstellung von Yoga etabliert, dass Yoga aus sanften, meditativen Übungen bestehe, die zu Beruhigung und Entspannung des Geistes führen. Die Behauptung stimmt, aber das ist nur ein Teil der Wahrheit.
Zuerst muss man bemerken, dass die Palette der Yoga Richtungen sehr breit ist. In diesem Text geht es um Hatha Yoga. Auf Sanskrit bedeutet das Wort yoga: "anjochen, zusammenbinden, anspannen, anschirren". Hatha repräsentiert die Vereinigung von solchen Gegensätzen wie Kraft und Schwäche, Spannung und Entspannung, aktiv und passiv, männlich und weiblich... So könnte man Hatha Yoga als "ein Henkel (für den Geist und Körper) durch Spannung und Entspannung" übersetzen. Mit der Hilfe von Hatha Yoga kann man eigenen Körper zu einem gesunden, "optimierten" Zustand bringen und durch den eigenen Körper mit dem eigenen Geist arbeiten. So gesehen, bleibt für uns nur eine Möglichkeit mit dem eigenen Geist zu arbeiten und ihn zu kontaktieren - durch den eigenen Körper. Der Körper ist alles was wir "real" fühlen können. Der Körper ist ein physikalisches Instrument des Geistes :)
Hatha Yoga enthält mehrere Atemübungen und Körperstellungen. Die Körperstellungen werden Asanas auf Sanskrit gennant. Es kommt darauf an, in welcher Folge diese Asanas und Atemübungen zusammengestellt sind und wie diese Folgen ausgeführt werden. Dadurch entstehen unterschiedliche Hatha-Yoga Richtungen, wie Ashtang-Vinjasa Yoga, Iyengar Yoga, Kundalini Yoga und viele andere. Zur Verdeutlichung könnte man Asanas mit Worten vergleichen und Asanas-Folgen mit Sätzen. Wie diese Sätze (Asanas-Folgen) zusammengestellt sind wirkt auf die Bedeutung und Sinn des Textes aus.
Was ist denn das Ziel einer Yoga Stunde und des Yogas generell? Ist es, sich in die unglaubliche Posen zu verbiegen, den Atem für mehreren Minuten anzuhalten, in einen tief-ruhigen Zustand zu gelangen?? Die oben genannten Beispiele könnten ein Effekt des Yoga Übens sein, nie aber das Ziel..;)) Das Ziel ist, den eigenen Körper kennenzulernen, zu erkunden, wie unsere Emotionen und Gefühle mit unserem Körper verbunden sind, zu lernen, wie man mit diesem komplizierten Mechanismus Körper-Geist im Einklang bleiben kann. Es kommt nicht darauf an, wie biegsam oder stark man während des Yoga-Übens ist, sondern wie achtsam man auf den eigenen Körper hört und wie bewusst man es schafft, den eigenen Körper zu bewegen.
Warum ist das so wichtig? Durch das Üben, den eigenen Körper zu spüren und bewusst alle Muskeln anspannen und entspannen zu können, lernt man auch, wie man sich im Alltag in stressigen Situationen entspannen kann, sowohl körperlich als auch geistig. Dass körperliche und geistige Verspannung eng mit einander verbunden ist, lässt sich ganz einfach prüfen. Rufen Sie sich ein Bild eines gestresstes Mensches in Ihrer Erinnerung auf. Wie sieht er aus? Die Schulter nach vorne gerichtet, der Kopf in die Schulter gezogen, die Hände sind zu Fäusten geballt, das Gesicht verspannt... Jetzt stellen Sie sich einen entspannten Menschen vor: ein entspannter Mensch kann nie so aussehen, wie der oben dargestellte Typ mit dem verspannten Gesicht.. ;) Sein Körper ist eben entspannt.
Es geht aber weiter: unser inneres Empfinden von uns selbst, also wie es uns geht, wie man sich fühlt, ist mit der Haltung des Körpers stark verbunden (das alles wurde schon in Psychologie beschrieben). Wenn es Euch in einer stressigen Situation gelingt, zu entspannen, spürt ihr direkt auch die geistige Entspannung. Nur ist es nicht immer einfach sich bewusst zu entspannen.. Und das wird durch Hatha Yoga gelehrt:)